Blog 03: 10 Do’s und Dont’s für wertschätzende, lösungsorientierte Teams

03 - 10 Do’s und Dont’s für wertschätzende, lösungsorientierte Teams

Eine Führungskraft hat viele verschiedene Aufgaben zu erfüllen, welche jeweils sehr unterschiedliche Fähigkeiten und viel Aufmerksamkeit fordern. Dabei ist ihre Woche von Terminen bestimmt und sie hat kaum Zeit für ihre Kernaufgabe: Menschen führen. Woher soll sie wissen, welche Konflikte es im Team gibt und was ihre Mitarbeitenden brauchen, um gut und gerne zu arbeiten? Sind diese überhaupt den Einzelnen selbst bewusst?

 

 

Was wäre, wenn alle ihre Konflikte und Bedürfnisse bemerken würden? Was wäre, wenn es einen Raum gäbe, in dem jede*r im Team ganz offen und ehrlich konstruktives Feedback gibt? Was wäre, wenn eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu einem besseren und produktiveren Arbeitsumfeld führen würde?

 

 

Klingt nach Hokuspokus? Ist es aber nicht – es nennt sich Retrospektive.

 

 

 

 

Aus dem agilen Projektmanagement (vor allem SCRUM) stammend, geht es bei der Retrospektive darum, im Team wertschätzend und lösungsorientiert zu reflektieren,

  • was gut lief (Fördernisse), 
  • was hinderlich war (Hindernisse) und
  • was es konkret ändern will (Maßnahmen).

 

 

Meist blickt man auf einen kurzen Zeitraum (Sprint) von 2 bis 4 Wochen zurück, in denen das Team zusammengearbeitet hat. Nach jedem Sprint findet eine Retrospektive statt. Nur so kann sich das Team kontinuierlich weiterentwickeln, Lösungen ausprobieren und eine langfristige Feedback-Kultur etablieren. Außerhalb dieser Retrospektiven muss die Führungskraft nicht ständig „in die Glaskugel schauen“, was ihr Team wirklich braucht, und kann sich auf die persönliche Menschenführung (und die 100 anderen Aufgaben) konzentrieren. Gleichzeitig lernt das Team selbstwirksam und wertschätzend aneinander und miteinander zu arbeiten und zu wachsen. 

 

 

Doch wie bei allen Werkzeugen und Meetings bietet auch eine „falsch ausgeführte“ Retrospektive Fallstricke. Damit am Ende das optimale Ergebnis rauskommt, sind einige Do’s und Dont’s zu beachten.

 

 

Do’s:

 

1. Unabhängige Moderation: Hol dir jemanden außerhalb des Teams, der / die deine Retrospektiven moderiert. So kann sich jedes Team-Mitglied gleichermaßen auf die Reflektion richten. Außerdem hat eine Externe den Blick „von außen“ und kann unabhängig der Hierarchie die Regeln durchsetzen.

 

2. Offenheit: Stell zu Beginn klar, dass die Retrospektive ein geschützter Raum ist, in dem jede*r alles offen und konstruktiv ansprechen kann. Niemand wertet Vorschläge und Feedback ab oder kommentiert diese. Lösungsorientierung steht über dem Ego.

 

3. Genug Zeit: Vor allem die erste Retrospektive braucht viel Zeit (mind. 2,5 Stunden bei 6 bis 8 Team-Mitgliedern). Die offene und eigenverantwortliche Runde könnte noch ungewohnt sein. 

 

4. Vorbeitete Struktur: Bereits im Voraus sind sich alle klar, um was es in der Retrospektive geht. Damit können sie sich vorbereiten und werden nicht im ersten Termin davon überrumpelt.

 

5. Gemeinsamkeit fördern: Mit einer einfachen Frage und „gemeinsamen Selbstverständlichkeiten“ zu Beginn sollte allen bewusst sein, dass die zusammen erarbeiteten Verbesserungen über den persönlichen Differenzen stehen.

 

 

Dont’s:

 

6. Unklare Aufgabenstellung: Wenn Kollegin A etwas anderes unter Hindernissen versteht als Kollege B, können Bs Vorschläge untergehen, obwohl sie dem Team helfen würden. Deshalb zählen klare Definitionen für das wirklich beste Ergebnis.

 

7. Hierarchie-Entscheidung: Manchmal gewöhnt sich ein Team daran, dass Entscheidungen von der Führungskraft getroffen werden. Damit verteidigt niemand die beste Lösung, sondern teilt die Meinung der Person mit der höchsten Position. Fun Fact: Auch hierfür gibt es ein englisches  Akronym HIPPO = Highest Payed Person’s Opinion.

 

8. Unlimitierte Vorschläge: Je mehr ausgespeichert wird, desto weniger Übersicht behält das Team. Gleichzeitig fokussiert ihr euch nicht mehr auf das Wichtigste. Da sowieso nur die TOP-3-Maßnahmen umgesetzt werden, sollten die Fördernisse und Hindernisse pro Person limitiert werden.

 

9. Eierlegende Wollmilchsau: Zu viel Hindernisse und zu viel Maßnahmen können gar nicht auf einmal umgesetzt werden. Einigt euch im Team auf die 3 wichtigsten Maßnahmen. 

 

10. Unkonkrete Maßnahmen: Wenn Maßnahmen zu allgemein formuliert sind und weder Verantwortliche noch Ziel-Zeitpunkt benannt sind, wächst die Gefahr, dass diese im Sande verlaufen und nicht umgesetzt werden. Dies wiederum führt zu Enttäuschung und lässt das Vertrauen in die Verbesserungs-Fähigkeit des Teams schrumpfen.

 

 

Und nun: Was passiert, wenn du es einfach mal in deinem Team ausprobierst?

Mindestens ein offener Austausch und noch wahrscheinlicher arbeitet ihr lieber und besser zusammen.

 

Was passiert, wenn dein Team sich nicht selbst reflektiert?

Alles bleibt beim Alten. Innere Kündigung. Dienst nach Vorschrift. Demotivation aller Beteiligten.

 

 

 

Was hält dich also noch davon ab? Welche Fragen kommen dir gerade hoch?

Schreib mir und ich begleite als Moderatorin dein Team auf dem Weg zur nachhaltigen Weiterentwicklung.

 

 

Einfach mal machen?

Melanie Postler

konSINNtriert Consulting

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